Lebensraum

GESCHÜTZTER LANDSCHAFTSTEIL KLIEN

Das Vorarlberger Landschaftsschutzgesetz hat die Möglichkeit geschaffen, Gebiete von besonderer landschaftlicher Schönheit oder Gebiete, die für die Erholung der Bevölkerung von besonderer Bedeutung sind, durch Verordnung zu Landschaftsschutzgebieten zu erklären. Beim Laubwaldgürtel zwischen dem Steinbruch Unterklien und dem Felssturz Oberklien in der Gemeinde Hohenems handelt es sich um ein derartiges gefährdetes Erholungsgebiet, dessen Bestand durch gesetzliche Maßnahmen im Jahr 1980 geschützt wurde.

In diesem geschützten Landschaftsteil gibt es eine hohe Dichte an verschiedenen Lebensraumtypen in einem relativ kleinen Landschaftsraum.

Im geschützten Landschaftsteil ist es verboten, Änderungen vorzunehmen, die geeignet sind, die Natur zu schädigen, das Landschaftsbild zu verunstalten oder den Naturgenuss zu beeinträchtigen.

Insbesondere ist es verboten, Bodenabbau zu betreiben!

Ein Steinbruch im Landschaftsschutzgebiet lässt sich ganz einfach nicht vereinbaren.

 

 

GROSSRAUMBIOTOP EMSER REUTE – KLIEN – BREITENBERG

Das Großraumbiotop (Biotopnummer 30207) erstreckt sich von Hohenems nach Osten ein Stück weit in die Gemeinde Dornbirn (201,65 ha in Hohenems, 47,01 ha in Dornbirn) bis zu den Felswänden des Breitenbergs (Biotopnummer 30116).

Die geplante Steinbruch-Erweiterungsfläche liegt mitten in diesem Großraumbiotop. Nach dem Vorarlberger Biotopinventar wird dieses Großraumbiotop als ein Biotopkomplex mit einem nischenreichen, weitgehend naturnahen Waldbestand, faunistisch reichhaltigen Feuchtgebieten, natürlichen Bachläufen und Wasserfällen, Felsgebieten, Obsthainen und Wiesenflächen charakterisiert.

Auf der geplanten Erweiterungsfläche kommen die nach der geltenden Naturschutzverordnung vollkommen geschützten Pflanzen, nämlich die Hirschzunge (Phyllitis scolopendrium) und der Türkenbund (Lilium martagon), vor.

Die geplante Steinbruch-Erweiterungsfläche gilt als wertvoller Lebensraum für unterschiedliche Tier- und Pflanzenarten.

Geschützte Pflanzen in Vorarlberg: Informationen zu geschützte Pflanzen und dem Schutz von Lebensräumen laut Naturschutzverordnung

https://vorarlberg.at/web/land-vorarlberg/contentdetailseite/-/asset_publisher/qA6AJ38txu0k/content/geschuetzte-pflanzen-in-vorarlberg?article_id=266859

Geschützte Tiere in Vorarlberg: Informationen zu geschützte Tiere und dem Schutz von Lebensräumen gemäß Naturschutzverordnung

https://vorarlberg.at/web/land-vorarlberg/contentdetailseite/-/asset_publisher/qA6AJ38txu0k/content/geschuetzte-tiere-in-vorarlberg?article_id=267459

 

 

GRÜNE LUNGE VORARLBERGS

Die Fläche des Erweiterungsprojektes zeigt einen deutlich sichtbaren Eingriff in die geschützte Naturlandschaft.
Der Abbau würde sich mitten zwischen die Wohngebiete Unter- + Oberklien und Ems-Reute schieben.
Der dort vorhandene Kalk-Buchenwald ist einzigartig in Schönheit und Größenordnung im Land Vorarlberg.
Es handelt sich um einen der letzten Waldbereiche im Abschnitt zwischen Dornbirn und Götzis, welcher bis zum Talboden reicht.
In diesem Kalk-Buchenwald sind von Natur aus Edellaubhölzer beigemischt, wie Esche, Linde, Spitzahorn und teilweise auch die Eibe, Kirsche und Walnuss.

Im Bereich der geplanten Erweiterungsfläche sind Forstwege vorhanden, die neben der Bewirtschaftung der Waldfläche auch für die Naherholung angenommen werden. Die geplante Steinbrucherweiterung befindet sich somit in einem Gebiet, welches auf Grund der Naturausstattung und der landschaftsbildlichen Inhalte für die Erholung geeignet ist.

Der Hirschzungen-Ahornwald auf den Hangschuttflächen unterhalb der Steckenwegen-Felswand (umgangssprachlich auch Reute-Felsen genannt) ist mit einer naturnahen Ausprägung mit Linden, Spitzahorn, Bergahorn uvm ausgestattet. Schöne Bestände von Hirschzunge und Silberblatt sind vorhanden. Wie bereits im obigen Text zum Großraumbiotop erwähnt, kommen im Bereich der geplanten Erweiterungsfläche vollkommen geschützte Pflanzen vor (gemäß der geltenden Naturschutzverordnung).

Aus Sicht des Naturschutzes ist dieser Wald unbedingt erhaltenswert. Nichts rechtfertigt die Vernichtung.

Wälder schützen vor allem im Bergland Siedlungen und Verkehrswege vor Hochwasser, Muren, Lawinen und Steinschlag.
Sie verhindern Bodenerosionen und sorgen für sauberes Trinkwasser, gute Luft und ein angenehmes Klima.

 

 

 

Quelle: Homepage Firma Rhomberg

SICHTBARE AUSWIRKUNGEN

Es wird immer wieder betont, dass durch die belassene Felskulisse des Erweiterungsprojektes das Landschaftsbild nur geringfügig angetastet werden soll. Im vorgelegten Projekt werden die landschaftsbildlichen Eingriffe als gering bzw. mäßig bewertet und so dargestellt, als bewirke das Vorhaben nur eine Beeinträchtigung, nicht aber eine Zerstörung der Landschaft.

Doch die graphischen Darstellungen und Fotomontagen sind weit entfernt von der Realität. Die zu 2/3 überhängende Felskulisse kann zwar befestigt werden, wird aber aus Sicherheitsgründen abgetragen werden müssen.

Dann werden wir ja sehen, wie das Landschaftsbild aussieht. Blanke Felswände von Dornbirn bis Hohenems. Kilometerlang Felsstürze und Steinbrüche – das Gesicht des mittleren Rheintales. Ist das Vorarlberger Landschaftsschutz?